Bereit für Vergleich mit Oldenburg

Friesensport Landesmeister der Straßenboßler stehen fest – Spannende Wettkämpfe in Buttforde

Von Jochen Schrievers

Buttforde/Funnix – Die besten Boßler aus den ostfriesischen Kreisen haben sich auf den Strecken rund um Buttforde und Funnix zum großen Kräftemessen eingefunden. Zwei Tage lang ermittelten sie ihre Landesmeister. Die Medaillengewinner treten schon in einer Woche wieder an. Dann steht in Rosenberg, im Kreisverband Waterkant, die FKV-Meisterschaft auf dem Programm.

In fast allen Altersklassen ging es sehr eng zu. Allzu große Fehler durften sich die Boßler daher nicht erlauben, wollten sie um die Medaillen mitwerfen. Entsprechend weit ging es selbst in den jüngeren Jugendklassen. Schon in der männlichen Jugend D mussten die Friesensportler einen Schnitt von 100 Meter pro Wurf auf die Straße bringen, um es aufs Podest zu schaffen. Mit der Gummikugel verpasste Steffen Hayen (Etzel) in der männlichen Jugend D mit einer Weite von 1023 Metern sogar den Sprung in die Medaillenränge. Den Titel sicherte sich hier Lars Remmers (Reepsholt) mit 1185 Metern.

Unter besonderer Beobachtung standen diejenigen, die vor zwei Wochen noch bei der Europameisterschaft in Schleswig-Holstein gestartet waren. Viele von ihnen hatten sich gezielt auf den internationalen Vergleich vorbereitet und hatten kaum Zeit, für den Wettbewerb auf Landesebene zu trainieren. Das zeigte sich in den Platzierungen. Als Vierter war Fabian Schiffmann (Südarle) bester EM-Starter der Männer mit der Eisenkugel. Den Sieg sicherte sich Jannik Goosmann (Klein Remels) vor Steffen Andreßen (Burhafe) und Hilko Eilers aus Leerhafe. Bei den Frauen ginge der Titel mit der Eisenkugel an Mayra Petersen (Schirumer-Leegmoor). Zweite wurde Femke Wilberts (Norden), die in Holstein mit dem Kloot am Start war. Rang drei ging an Martina Goldenstein (Moordorf). Sie gehörte auch bei der EM zum Eisenkader.

In der weiblichen Jugend trumpfte Fieke Müller (Reepsholt) groß auf und holte Gold. Nachdem es für sie bei der Europameisterschaft nicht ganz nach Plan gelaufen ist, war dies eine beachtliche Leistung. Marian Jahnke (Westeraccum) zeigte, dass er nicht nur mit der kleinen Kugel umzugehen weiß. Nach Silber bei der EM sicherte er sich nun mit der Gummikugel den Titel bei der männlichen Jugend A.

Doch nicht nur die jüngeren Werfer beweisen, dass sie bereit sind, sich am kommenden Wochenende mit den Oldenburgern zu messen. Kampfgeist, Wurfkraft und gute Nerven legten auch die Männer V an den Tag. Mit der Gummikugel setzte sich Herro König (Westeraccum) mit 1429 Metern durch. Helmut Rademacher aus Nenndorf blieb nur drei Meter dahinter und wurde mit Silber belohnt.

Große Weiten werden auch auf den Strecken der FKVMeisterschaft erwartet. Das lässt ein Blick auf die Ergebnisse der Oldenburger vermuten. Schon in der weiblichen Jugend F standen für die Spitzenwerferinnen mehr als 1200 Meter zu Buche. Die ostfriesischen Starter sind also gut beraten, sich nicht auf ihren Erfolgen auszuruhen und sich die Strecken rund um Rosenberg noch einmal genau anzusehen. Die Verantwortlichen weisen in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass beim Training Warnwesten getragen werden müssen. Zudem ist der Einsatz der FKV-4-Gummikugel auf FKV-Ebene inzwischen nicht mehr gestattet.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 14.06.2022
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Vereine feiern ihre EM-Teilnehmer

FRIESENSPORT – 65 Athleten sind mit Medaillen und neuen Erfahrungen im Gepäck zurückgekehrt

von Jochen Schrievers

OLDENBURG/OSTFRIESLAND. Die 16. Boßel-Europameisterschaft liegt hinter den Friesensportlern aus Oldenburg und Ostfriesland. Gerade für diejenigen, die zum ersten Mal auf der internationalen Bühne angetreten sind, wird die EM in Schleswig-Holstein ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Doch mit der Abschlussfeier und der Siegerehrung in Süderhastedt war keinesfalls Schluss. Viele Vereine haben sich kräftig ins Zeug gelegt, um ihre EM-Fahrer gebührend in der Heimat zu empfangen. Party in Vereinsheimen, geschmückte Vorgärten mit Schildern und Kränzen gehörten in Oldenburg und Ostfriesland vielerorts zum Dorfbild.

Marian Jahnke und Ole Caspers wurden in Westeraccum gebührend empfangen. Die Fahrt durchs Dorf gehörte selbstverständlich dazu. BILD: Privat

Einigen Vereinen war das aber noch nicht genug. Ein tolles Beispiel für die Unterstützung ihrer Spitzenathleten bot einmal mehr der KBV Westeraccum. Schon in Schleswig-Holstein war das Team von „Hier up an“ stark vertreten. In den extra angefertigten weißen Shirts waren die Westeraccumer schon von Weitem gut zu erkennen. Beim Klootschießen und auf der Straße unterstützten sie ihre beiden EM-Teilnehmer lautstark. Zurück in Ostfriesland gratulierten auch diejenigen, die in Schleswig-Holstein nicht dabei sein konnten. Nach dem Empfang vor dem Vereinsheim folgte eine regelrechte Parade durchs Dorf. Und die hatten sich beiden jungen Talente des Vereins redlich verdient. Ole Caspers hatte mit seiner Leistung im Klootschießen Silber mit der Mannschaft gewonnen. Marian Jahnke trumpfte auf der Straße groß auf und sicherte sich Silber im Einzel und mit dem Team.

Der KBV Westeraccum bereitete seinen EM-Teilnehmern einen lautstarken Empfang. BILD: Privat

Der KBV Westeraccum ist aber nur ein Beispiel dafür, wie Vereine, Freunde und Familie die Leistungen ihrer Talente würdigen. Letztlich dürfen sich die Vereine aber auch selbst feiern, denn hinter jeder Einzelleistung steht immer ein Team von Betreuern, Trainern und Eltern, das viele Stunden seiner Freizeit geopfert hat, um die Athleten so weit zu bringen, dass sie bei einer Europameisterschaft starten dürfen.

Und vielleicht sind die Feiern in den Vereinsheimen für den einen oder anderen Nachwuchssportler ja ein Anreiz, selbst einen Gang hochzuschalten und selbst einmal an der Qualifikation zur Europameisterschaft teilzunehmen. Die nächste Chance steht ja bereits vor der Tür. Schon in zwei Jahren sind die besten Friesensportler Europas zu Gast in Neuharlingersiel.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland vom 08.06.2022
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Europameisterschaften 2022 in Schleswig-Holstein

Am Montag haben wir unsere EM-Teilnehmer Marian und Ole, nach einem wirklich erfolgreichen Wochenende, wieder in den Empfang genommen. Mit einem geschmückten Trecker haben wir unsere Nachwuchstalente abgeholt und sind mit Ihnen durchs Dorf gefahren. Ein großer Dank gilt Johann Schoolmann für die Bereitstellung des Treckers und natürlich für die tolle Tour 😊

Bereits letzte Woche Mittwoch sind die beiden, mit Ihren Begleitpersonen und dem FKV-Team, Richtung Schleswig-Holstein abgereist. Denn am Donnerstag standen Trainingseinheiten und natürlich die Eröffnungsfeier auf dem Plan.

Der Freitag stand ganz im Sinne des Feldkampfes. Obwohl das Wetter es nicht sonderlich gut mit den Werfern und Zuschauern meinte, konnte der FKV am ersten Tag ordentlich absahnen. Gleich drei von vier Einzel- und Mannschaftstitel standen dem ostfriesisch/oldenburgischen Team zu buche. Unteranderem gehörte Ole zu den Mannschaftseuropameistern bei den Junioren.

Weiter ging es am Samstag mit dem Standkampf, bei dem Ole ebenfalls zum Kader gehörte. Aufgrund einer Verletzung verzichtete Timon Claassen auf seinen Startplatz. Somit durfte Ole sein Können unter Beweis stellen und trug hier zu einer Medaille bei. Diesmal hieß es Silber für die Mannschaft. Auch die Männer wurden zweiter in der Mannschaftswertung, die Juniorinnen und Frauen erzielten jeweils den ersten Platz in der Mannschaftswertung.

Am Sonntag und somit auch schon dem letzten Tag der Europameisterschaft war Marian an der Reihe. Marian ist mit der Eisenkugel in der letzten Paarung gestartet und machte es bis zum Schluss wirklich spannend. Mit seinem letzten Wurf zog er an seinem Teamkollegen Hauke Roolfs (Bronze, Südarle) vorbei und sicherte sich die Silbermedaille. Dank des überragend aufwerfenden Iren, Darragh Dempsey, sicherten sich die Iren nur ganz knapp vor dem FKV-Team den Mannschaftssieg. Die Männer, sowie die Juniorinnen holten ebenfalls Silber, die Frauen erkämpften sich den Mannschaftstitel.

Auch in Schleswig-Holstein konnten Ole und Marian auf die Unterstützung aus der Heimat zählen. Nicht nur die eigenen Familien sind angereist, sondern auch viele Schaulustige vom KBV Westeraccum. Ralf hat zuvor eine Förderung beantragt und eine Unterkunft, sowie fahrbaren Untersatz organisiert. So konnten auch unsere ganz jungen Nachwuchstalente EM-Luft schnuppern! 😊

Abschließend lässt sich sagen, dass wir mächtig stolz auf Ole und Marian sind. Diese Erfahrung kann Euch keiner mehr nehmen und macht hoffentlich Lust auf mehr. Die nächste Europameisterschaft findet 2024 direkt vor unserer Haustür statt. Auch da möchten wir Euch gerne wieder unterstützen! 😉